HMI-Design Trends und Ergonomie: von manuell bis vollautomatisiert

In Teil 1 dieses Blog-Artikels sprechen wir über die Definition von HMIs, die Rolle haptischer Bedienelemente, Operator Experience und grundlegende Vorteile.
In Teil 2 dieses Beitrags zeigen wir nun, welche Automatisierungsgrade bei HMIs möglich sind, wie Prozesssicherheit und Ergonomie sichergestellt werden, und welche Entwicklungen – von System-Schnittstellen bis zu digitalen Zwillingen – die Zukunft der Maschinenbedienung prägen. Das Ziel hierbei ist stets die sichere, effiziente und möglichst fehlerfreie Interaktion zwischen Mensch und Maschine.

März 17, 2026

Lösungsausprägungen von manuell bis vollautomatisiert

In der Maschinenbedienung gibt es ein Spektrum an Lösungsausprägungen von rein manueller bis vollständig software-gesteuerter Automatisierung. Je weiter Sie sich in Richtung „smart“ bewegen, desto stärker verschiebt sich das HMI vom physischen Bedienelement hin zu vernetzten, oft mobilen Interfaces – und jede Zwischenstufe verlangt ihr eigenes HMI-Gestaltungskonzept:

Tabelle von Steuerungsgraden von manuell bis vollautomatisiert

Auch eine hybride Lösung kann die ideale Wahl sein – etwa ein stationäres Touchpanel für Detail­eingriffe plus ein mobiles Dashboard fürs Störfall-Monitoring. Entscheidend ist, pro Funktions­ebene den Bedien­kontext („Hands-on“ vs. „Hands-free“) genau zu analysieren und das Interface entsprechend zu modularisieren.

HMI-Design unterstützt bei vielen Herausforderungen

Wie in Teil 1 dieses Artikels besprochen, bieten professionell gestaltete HMIs zahlreiche Vorteile in verschiedenen Bereichen von Effizienz über Ergonomie und Sicherheit bis zur Wirtschaftlichkeit.

Ganz konkret macht sich das auch bei den täglichen Herausforderungen bemerkbar, mit denen sich Maschinenbediener*innen befassen müssen. Das Design hinter HMIs baut genau auf diese Anforderungen auf und bietet Lösungen, die das Arbeiten erleichtern.

Die Grafik rechts verdeutlicht das: Ob intuitive Abläufe, die Einarbeitungszeiten auf ein Minimum reduzieren, oder hilfreiche Loggingfunktionen, die die Fehlersuche bei Service-Arbeiten ersetzen – HMIs unterstützen lösen Probleme, bevor sie überhaupt als solche Wahrgenommen werden.

Anforderungen und entsprechende HMI-Lösungen

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Mit unserer Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Weltmarktführern bringen wir tiefgreifendes Know-how und ein Verständnis für industrielle Anforderungen mit. Unser Fokus liegt darauf, intuitive und zukunftsfähige HMIs zu entwickeln, die die Stärken Ihres Produkts unterstreichen. So schaffen wir gemeinsam Lösungen, die nicht nur funktionieren, sondern auch ein herausragendes Benutzererlebnis bieten.

Sie planen ein neues Projekt? Kontaktieren Sie uns gerne für ein unverbindliches (natürlich kostenloses) Erstgespräch. Wir freuen uns darauf, mehr zu erfahren!

Prozess nach DIN EN ISO 9241-210

HMIs werden nicht nach persönlichen Präferenzen des Designers gestaltet – sie müssen sich an gesetzliche Vorgaben halten. Eine davon ist die ISO 9241-210. Gemäß dieser Normenfamilie, die sich speziell mit Usability und Ergonomie beschäftigt (spezifischer, mit menschenzentriertem Design für interaktive Systeme), durchläuft unser Gestaltungsprozess mehrere Iterationsschleifen: Jeder Prototyp wird getestet, ausgewertet und auf Basis der Erkenntnisse verfeinert, bis der bestgeeignetste Entwurf zum Roll-out bereitsteht.

 

Nachhaltigkeit & Ergonomie als Wettbewerbsvorteil

Nachhaltigkeit und Ergonomie spielen auch im HMI-Design eine immer größere Rolle – sowohl für Betreiber als auch für Maschinenhersteller.

1 – Langlebige und reparierbare Systeme

Modulare Gehäusekonzepte und standardisierte Komponenten erleichtern Wartung und Austausch. Das verlängert die Lebensdauer von Maschinen und reduziert Servicekosten über den gesamten Produktlebenszyklus (Modular Management).

2 – Ergonomie in anspruchsvollen Arbeitsumgebungen

In Produktionsumgebungen müssen HMIs auch mit Handschuhen, bei Vibration oder schlechter Sicht zuverlässig bedienbar sein. Klare Tastenlayouts, haptisches Feedback und gut erreichbare Bedienelemente verbessern Sicherheit und Effizienz im täglichen Einsatz (LTS Group, 2023).

3 – Energie- und Ressourceneffizienz

Durch intelligente Energieverwaltung von Displays und Recheneinheiten können Stromverbrauch und thermische Belastung reduziert werden – ein Vorteil sowohl für Nachhaltigkeit als auch für Systemstabilität.

Ein durchdachtes HMI verbindet damit ökologische Aspekte, Betriebssicherheit und Bedienkomfort zu einem klaren Wettbewerbsvorteil.

Beispiele nachhaltiger und ergonomischer Bedienelemente
Trends im HMI-Produktdesign

Moderne Human-Machine Interfaces entwickeln sich von reinen Bedienoberflächen zu kontextsensitiven Assistenzsystemen. Im Fokus stehen intuitive Bedienung, reduzierte kognitive Belastung und eine bessere Integration in industrielle Arbeitsumgebungen. Parallel treiben Digitalisierung, KI und steigende Anforderungen an Sicherheit und Nachhaltigkeit die Entwicklung voran. Hier sind die wichtigsten Trends im HMI-Produktdesign:

1) Intelligente und adaptive Interfaces

Immer mehr HMIs nutzen Datenanalyse und KI, um Bediener proaktiv zu unterstützen (McKinsey  Technology Trends Outlook, 2025). Systeme können z. B. relevante Informationen priorisieren oder Wartungsbedarf frühzeitig anzeigen. Auch rollenbasierte Oberflächen, die sich an unterschiedliche Nutzergruppen anpassen, gewinnen an Bedeutung (MIT Technology Review, 2025).

2) Multimodale und assistive Interaktion

Neben Touch-Interfaces werden zunehmend weitere Eingabemethoden integriert. Sprache, Gesten oder mobile Endgeräte ergänzen klassische Bedienkonzepte, insbesondere bei komplexen Maschinen oder Wartungsprozessen. Technologien wie Augmented Reality und digitale Zwillinge erweitern klassische HMIs und unterstützen Bediener bei komplexen Aufgaben, Wartung oder Schulung (MIT Technology Review, 2025).

3) Software-definierte HMIs & vernetzte Bedienoberflächen

Maschinenfunktionen wandern zunehmend in modulare Softwareschichten. Dadurch können HMIs schneller weiterentwickelt, einfacher gewartet und über verschiedene Maschinenplattformen hinweg wiederverwendet werden. Zudem werden HMIs Teil vernetzter Produktionssysteme. Über offene Schnittstellen tauschen sie Daten mit MES-, ERP- oder Cloud-Systemen aus und ermöglichen so bessere Analysen und effizientere Wartungsprozesse.

4) Reduziertes, informationsorientiertes UI-Design

In industriellen HMIs liegt der Fokus auf klaren Visualisierungen und einer strukturierten Informationshierarchie. Minimalistische Interfaces mit hoher Lesbarkeit helfen, Bedienfehler zu reduzieren und die Entscheidungsfindung zu beschleunigen (Interaktionsprinzipien nach DIN EN ISO 9241-110).

5) Hardware-Integration und Nachhaltigkeit

Neue Displaytechnologien, energieeffiziente Hardware und langlebige Materialien gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig setzen viele Systeme weiterhin auf eine Kombination aus Touch-Displays und physischen Bedienelementen – besonders in sicherheitskritischen Anwendungen (Fraunhofer IAO).

6) ‚Security by Design‘

Mit zunehmender Vernetzung industrieller Anlagen wird Cybersicherheit zu einem zentralen Bestandteil des HMI-Designs. Authentifizierung, Zugriffskontrolle und sichere Kommunikationsprotokolle müssen bereits in der Konzeptphase berücksichtigt werden (IEC 62443 Industrial Security Standard).

Zukünftige HMIs werden stärker kontextsensitiv, datengetrieben und auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzergruppen abgestimmt sein. Ziel bleibt eine sichere, effiziente und möglichst fehlerfreie Interaktion zwischen Mensch und Maschine.

HMI Design
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Auf unseren Seiten zu unserem UX Design Service, UI Design Service und Produkt & Industriedesign erfahren Sie mehr darüber, wie wir arbeiten.

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